Klima- und Energiestrategie der Bundesregierung

Anfang April 2018 hat die Bundesregierung ihre Klima- und Energiestrategie vorgestellt. Von Experten wird sie heftig kritisiert.

Laut der von der EU vorgelegten nächsten "Dekarbonisierungsetappe" muss Österreich bis zum Jahre 2030 die CO2-Emissionen gegenüber dem Jahr 2005 um 36% reduzieren. Mit der Strategie der Bundesregierung wird das nicht möglich sein.

Fakten und Zahlen:

Begreifen wir endlich: Diese 36% wird nicht ein nicht personifiziertes Österreich einsparen müssen, sondern jeder von uns. Das muss zu einem persönlichen Projekt für jeden Haushalt werden. Also: Auto öfters zu Hause lassen, Solaranlage für das Warmwasser, Photovoltaik für Eigenverbrauch und Einspeisung, heimische Lebensmittel, Urlaubsflug nur jedes 3. Jahr, die Heizungsteuerung optimieren, d.h. händisch eingreifen (Heizzeiten ändern oder Heizung an schönen Frühlingstagen überhaupt abschalten, denn wir sind immer noch klüger als die Steuerungen).

Verteilung des Energieverbrauchs, in einem österreichischen Haushalt (direkt und indirekt):

Mobilität

Laut Mikrozensus 2015/16 der Statistik Austria gibt es in Vorarlberg 180.000 PKW's (laut anderen Daten der Statistik Austria sind es 202.000). Mit diesen Fahrzeugen fahren die Lenker 1,9 Milliarden km pro Jahr und verbrauchen 135 Millionen Liter Treibstoff (7,1 Liter / 100 km). Das ergibt eine CO2 Emission von 337.000 Tonnen. Pro PKW sind das 1,87 Tonnen. Durchschnittlich fahren die Vorarlberger mit einem PKW im Jahr 11.000 km.  Im selben Zeitraum wurden in Vorarlberg 56,6 Mill. Liter Heizöl verkauft.

Anmerkung Mikrozensus: Das ist die nicht unumstrittene Erhebung von Daten durch Befragung von ca. 22.000 Haushalten je Quartal.

Flugreisen: 2016 haben ca. 13,8 Mill. Menschen in Österreich eine Flugreise angetreten und naturgemäß ungefähr gleich viele sind wieder im Flugzeug in Österreich gelandet. Ein modernes Flugzeug benötigt circa 3 Liter Kerosin pro Passagier auf 100 km. Das ergibt 380 g CO2 je Person und Kilometer. Beim Auto sind es mit den obigen Daten 177 g/km.

Fakten zu Privilegien des Flugverkehrs

Wussten Sie, dass in Österreich für Kerosin noch immer keine Mineralsteuer verlangt wird, dass sich in der EU die CO2 Emissionen des Flugverkehrs seit 1990 verdoppelt haben (2015 waren es mehr als 150 Mill. Tonnen pro Jahr), dass für Bahn-Fahrkarten 10% Umsatzsteuer zu zahlen ist, für Flugtickets ins Ausland aber keine Mehrwertsteuer fällig ist. Zitat aus dem Umsatzsteuergesetz: 10% Steuersatz für Personenbeförderung mit Verkehrsmitteln aller Art außer Luftverkehrsfahrzeuge. Für Inlandsflüge wurde die Umsatzsteuer bei der letzten Reform auf 13% angehoben, was wiederum die Wirtschaftskammer heftig kritisiert hat.

Datenquellen:

https://www.umweltbundesamt.de/indikator-energieverbrauch-co2-emissionen-privater

Statistik Austria

Jahresbilanz einer 5 kW Solaranlage in Klaus

als Beispiel für einen Beitrag zu den Klimazielen:

Das ist etwas mehr als der Verbrauch in einem typischen Einfamilenwohnhaus.

Klimakonferenz 2015

Die UN-Klimakonferenz in Paris ist doch mit erfreulichen Resultaten beendet worden.

Unter anderem beschloss die Versammlung ein Klimaabkommen, das die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2°C, möglichst 1,5°C, vorsieht. Am Ziel, den weniger finanzstarken Staaten mit 100 Milliarden Dollar jährlich ab dem Jahr 2020 bis zunächst 2025 bei der Anpassung und Abmilderung (Mitigation) zu helfen, wurde im beschlossenen Vertrag festgehalten. Nun müssen in einem weiteren Schritt die 195 Teilnehmerstaaten dieses Dokument ratifizieren. Das Abkommen ist zwar völkerrechtlich bindend, jedoch drohen keine Strafen bei Missachtung der Vertragspunkte. Artikel auf Wikipedia

Einige Fakten dazu:

Co2Emissions01

Während also andere europäische Länder und auch die EU28-Länder in Summe ihre CO2 Emissionen senken konnten, hat Österreich das nicht geschafft.

Hauptgrund ist die Zunahme der Emissionen durch den Verkehr.

CO2Emissions02

Wir unterschätzen den Energieverbrauch und damit die CO2-Produktion durch unsere Autos.

Von den 76,2 Millionen Tonnen im Jahre 2013 stammen 22,3 Millionen Tonnen aus dem Verkehr. Laut EU-Ziel müssten wir diesen Wert bis zum Jahre 2050 auf 5,4 Millionen Tonnen senken, also auf ca. 1/4 senken.

Von 1990 bis 2013 sind in Österreich (Quelle: VCÖ) die Emissionen durch

Laut Statistik Austria (Mikrozensus 2013/2104) gibt es in Österreich 4,078 Millionen private PKWs, mit denen wir ca. 50 Milliarden Liter Treibstoff verbrauchen, im Schnitt sind es je PKW 843 Liter / Jahr.

Die in die Autos getankte Energie macht 30 - 40% des direkten Energiebedarfs eines Haushaltes aus.

Wir haben in Vorarlberg ein sehr gutes öffentliches, stark subventioniertes Verkehrsnetz, der Beitrag der Gemeinde Klaus ist im Voranschlag für 2015 mit € 246.400,- ausgewiesen.

 

Links: VMobil - Mobilitätsrechner